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Nachlese NetzWERKstatt 27.04.2026

27.04.2026

Unsere letzte NetzWERKstatt war klein, aber inhaltlich umso größer. Mit fünf Teilnehmenden entwickelte sich ein intensiver und lebendiger Austausch, den wir am Ende nur ungern beendeten.

Im Mittelpunkt stand die Frage, was Diversity ganz konkret für unsere Arbeit bedeutet. Schnell wurde deutlich: Im Beratungsalltag ist ein wertschätzender und respektvoller Umgang mit Vielfalt für alle Anwesenden selbstverständlich. Jeder Mensch ist einzigartig – nicht nur aufgrund sichtbarer Merkmale, sondern vor allem durch individuelle Fähigkeiten, Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmale.

Dabei wurde auch klar: Gleichbehandlung bedeutet nicht, alle identisch zu beraten. Vielmehr geht es darum, auf individuelle Voraussetzungen, Bedürfnisse und Perspektiven einzugehen.

Besonders spannend war unsere Diskussion über Stereotype und Vorurteile. Obwohl wir uns ihrer bewusst sind, sind auch wir nicht frei davon. Gerade die Abgrenzung zwischen beiden Begriffen erwies sich als anspruchsvoll, denn Stereotype sind oft bereits mit Bewertungen verbunden.

Gemeinsam haben wir darüber nachgedacht, wie Vorurteile entstehen. Fehlende Berührungspunkte, Unsicherheit und Ängste können dazu beitragen. Aber auch wiederholte Erfahrungen prägen unsere Bilder von Menschen. Gleichzeitig können neue, positive Erfahrungen bestehende Vorurteile verändern oder abbauen.

Hinzu kommt, dass unser Gehirn unbewusst ständig nach Bestätigung für bestehende Annahmen sucht. Wir nehmen bevorzugt wahr, was zu unseren bisherigen Überzeugungen passt, und übersehen leicht Erfahrungen, die unsere Vorurteile relativieren oder abbauen könnten. Verstärkt wird dieser Effekt dadurch, dass negative Erfahrungen sich meist deutlich tiefer einprägen als positive. Gerade deshalb lohnt sich bewusste Reflexion. Auch der kollegiale Austausch, etwa im BEM, kann hier in beide Richtungen wirken: Er kann den eigenen Horizont erweitern und neue Perspektiven eröffnen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass sich Vorannahmen gegenseitig verstärken, wenn sich eine Gruppe vor allem in bereits bestehenden Einschätzungen bestätigt. Umso wichtiger ist es, unterschiedliche Sichtweisen einzubeziehen und die eigenen Denkmuster immer wieder kritisch zu hinterfragen.

Nicht zuletzt ist unser Gehirn darauf ausgelegt, Komplexität zu reduzieren. Es ordnet Eindrücke, bildet Kategorien und greift auf vorhandene Erfahrungen zurück. Das geschieht meist unbewusst und ist zunächst einmal völlig normal. Gleichzeitig kann genau dieser Mechanismus dazu führen, dass wir Menschen vorschnell einordnen und dabei wichtige individuelle Unterschiede übersehen.

Die NetzWERKstatt hat einmal mehr gezeigt: Diversity ist kein theoretisches Konzept, sondern eine Haltung, die Reflexion, Offenheit und die Bereitschaft erfordert, auch eigene Denkmuster immer wieder zu hinterfragen.

 

Bildquelle: pexels.com | Foto von cottonbro studio

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